Technologieportfolio

Technische Innovationen für Biogas-, Biomethan- und Prozessanlagen

Sechs technische Konzepte verbinden Fermentations- und Reaktortechnik, dezentrale Anlagenmodule sowie industrielle Prozessregelung. Sie adressieren typische Engpässe wie hohen Eigenenergiebedarf, fehlende Mindestbehandlungszeiten, schwierige Reststoffe und schwankende Produktqualität.

Die Übersicht ordnet jede Innovation nach Ausgangsproblem, Lösungsprinzip, Anwendungsgebiet und technischem Nutzen ein. Die verlinkten Fachseiten erläutern Aufbau, Prozessführung, konstruktive Merkmale und technische Grundlage ausführlich.

6technische Innovationen3TechnologiefelderDE · EN · PLFachinformationen

Technologiefelder

Von der Fermentertechnik bis zur industriellen Prozessregelung

Die sechs Lösungen lassen sich drei Anwendungsfeldern zuordnen. Dadurch können Betreiber, Investoren und Planer schneller erkennen, welche technische Richtung zu ihrer Aufgabenstellung passt.

01

Fermentations- und Reaktortechnik

Vier Konzepte verbessern Stoffführung, Mindestbehandlungszeit, Erhalt spezialisierter Mikrokulturen, Hydrolyse und Nutzung bestehender Rührfermenter.

4 Innovationen
02

Dezentrale Anlagenkonzepte

Eine mobile, modular aufgebaute Biogasanlage ermöglicht die Behandlung biogener Reststoffe auch bei eingeschränkter Infrastruktur.

1 Innovation
03

Industrielle Prozess- und Regelungstechnik

Eine unabhängige Temperatur- und Druckregelung stabilisiert den Kopf von Vakuum-Destillationskolonnen, insbesondere bei der Bioethanolproduktion.

1 Innovation

Technische Lösungen

Sechs Innovationen im Überblick

Jede Karte beschreibt das technische Ausgangsproblem, das Lösungsprinzip, typische Anwendungen und die wesentlichen Vorteile. Die Detailseite enthält weiterführende Prozess- und Konstruktionsinformationen.

01

Dezentrale Anlagenkonzepte

Mobile Biogasanlage für dezentrale Standorte

Transportable Prozessmodule verwerten Fäkalschlämme, Küchen- und Speisereste sowie vergleichbare biogene Reststoffe auch bei eingeschränkter Infrastruktur.

Technische Grundlage: WO 2022/096048 A1
Ausgangsproblem
Fehlende Kanalisation, unsichere Energieversorgung, hohe mechanische Eigenverbräuche und wechselnde Stoffmengen erschweren kleine dezentrale Anlagen.
Lösungsprinzip
Mehrstufige Nassfermentation in containerisierten Modulen; Schwerkraft, hydrostatischer Druck und der Eigendruck des Biogases unterstützen Stofftransport und Umwälzung.
Typische Anwendungen
Dezentrale Entsorgungsstandorte, kommunale Reststoffe, Fäkalschlämme, Küchen- und Speisereste sowie temporäre oder modular erweiterbare Anlagen.
Technische Vorteile
Transportfähigkeit, geringer Pump-, Rühr- und Verdichteraufwand, geschlossene hygienisierende Behandlung und Potenzial für einen weitgehend energieautarken Betrieb.
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02

Fermentations- und Reaktortechnik

Kulturerhaltender und hydraulisch umwälzbarer Methanfermenter

Ein konzentrischer Innen- und Außenfermenter verbindet hydraulische Umwälzung mit räumlich getrennten mikrobiellen Milieus.

Technische Grundlage: DE 10 2020 004 136 A1
Ausgangsproblem
Mechanische Rührwerke benötigen Energie und Wartung; vollständige Durchmischung kann spezialisierte Kulturen verdrängen und Schwimm- oder Sinkschichten begünstigen.
Lösungsprinzip
Gasauftrieb und geregelte Gasführung erzeugen eine natürliche hydraulische Zirkulation zwischen Außen- und Innenfermenter; unterschiedliche Kulturen können sich in getrennten Reaktionsräumen erhalten.
Typische Anwendungen
Nassfermentation hochviskoser, rohfaserreicher oder stickstoffreicher Reststoffe sowie große Fermentervolumina mit hohen Anforderungen an Betriebssicherheit.
Technische Vorteile
Weniger mechanische Rührenergie und Verschleiß, Erhalt angepasster Mikrokulturen, Behandlung höherer Trockensubstanzgehalte und gleichmäßigerer Rohgasstrom.
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03

Fermentations- und Reaktortechnik

Methanfermentation im Pfropfenstrom

Eine definierte hydraulische Stoffführung durch verbundene Fermenterbereiche begrenzt Kurzschlussströmungen und sichert einen nachvollziehbaren Behandlungsweg.

Technische Grundlage: DE 10 2016 009 223 A1
Ausgangsproblem
In voll durchmischten Durchflussfermentern kann ein Teil des Substrats den Reaktor deutlich früher verlassen als es der rechnerischen mittleren Verweilzeit entspricht.
Lösungsprinzip
Die Biosuspension durchströmt Außen- und Innenfermenter in festgelegter Reihenfolge; Gasdruckdifferenzen und hydraulische Führung unterstützen den Pfropfenstrom ohne dauerhafte Vollvermischung.
Typische Anwendungen
Faserreiche und heterogene Biomassen, Prozesse mit definierter Mindestbehandlungszeit, Hygienisierungsanforderungen und hohen Anforderungen an die Substratausnutzung.
Technische Vorteile
Gesicherte Mindestbehandlungszeit, bessere Nutzung schwer abbaubarer Bestandteile, Erhalt angepasster Kulturen sowie reduzierter Rührenergie- und Verschleißbedarf.
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04

Fermentations- und Reaktortechnik

Kombinierter Hydrolyse-Fermentations-Apparat

Ein zentraler Hydrolysebehälter und ein umgebender Fermentationsraum integrieren zwei biologische Prozessstufen in einer gemeinsamen Behältergeometrie.

Technische Grundlage: EP 2 982 739 A1
Ausgangsproblem
Getrennte Hydrolyse- und Fermentationsbehälter benötigen zusätzliche Fläche, Rohrleitungen, Wärmeübertragung und konstruktive Schnittstellen.
Lösungsprinzip
Die beheizte Wand des zentralen Hydrolyseraums temperiert zugleich den umgebenden Fermenter; Hydrolysegase werden kontrolliert in die anaerobe Stufe überführt.
Typische Anwendungen
Neue mehrstufige Biogasanlagen, Nachrüstung bestehender Fermenter oder Gärrestlager sowie Anlagen mit batchweiser Hydrolyse und Fermentation.
Technische Vorteile
Kompakte Bauweise, direkte Wärmeintegration, getrennte biologische Milieus, geringerer zusätzlicher Behälter- und Heizflächenbedarf sowie flexible Nutzung bestehender Strukturen.
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05

Fermentations- und Reaktortechnik

Batchbetrieb voll durchmischbarer Rührfermenter

Bestehende oder neue Rührfermenter werden abwechselnd als zeitweise geschlossene Batchreaktoren mit Teilentleerung betrieben.

Technische Grundlage: DE 10 2018 002 883 A1
Ausgangsproblem
Kontinuierlicher Durchfluss kann langsam wachsende Kulturen auswaschen, Kurzschlussströmungen zulassen und eine definierte Mindestbehandlung beziehungsweise Hygienisierung erschweren.
Lösungsprinzip
Mindestens zwei Behälter je Prozessstufe arbeiten wechselweise; nach der Behandlungsphase bleibt ein Teil des Substrats als angepasstes Inokulum für die nächste Charge im Fermenter.
Typische Anwendungen
Repowering bestehender CSTR-Anlagen, mehrstufige mesophile und thermophile Fermentation, faserreiche oder wechselnde Substrate und Prozesse mit Hygienisierungsbedarf.
Technische Vorteile
Weiterverwendung bewährter Behälter, definierte Mindestzeiten, Erhalt angepasster Kulturen, bessere Substratausnutzung und bedarfsgerechterer Rührbetrieb.
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06

Industrielle Prozess- und Regelungstechnik

Temperatur- und Druckregelung bei Vakuum-Destillation

Unabhängige Regelkreise stabilisieren Vakuum, Kopftemperatur und Kopfdruck einer Destillationskolonne.

Technische Grundlage: DE 10 2017 010 783 A1
Ausgangsproblem
Variable Druckverluste in Kolonne und Wärmetauschern können trotz stabiler Temperatur den tatsächlichen Kopfdruck und damit die Zusammensetzung des Destillats verändern.
Lösungsprinzip
Die Vakuumstation hält das Grundvakuum; rückgeführtes Kondensat regelt die Kopftemperatur und dosiertes CO₂ oder Stickstoff stabilisiert den absoluten Kopfdruck.
Typische Anwendungen
Vakuum-Destillationskolonnen, insbesondere Bioethanolproduktion, Prozesse mit wechselnden Lasten sowie Anlagen mit verfügbarer CO₂-Quelle und Wärmeintegrationspotenzial.
Technische Vorteile
Konstantere Produktqualität, niedrigere Prozesstemperaturen, klare automatisierbare Regelkreise, Nutzung vorhandener Kondensat- und CO₂-Ströme sowie verbesserte Wärmeintegration.
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Projektbezogene Auslegung

Von der technischen Idee zur belastbaren Anlagenlösung

Eine veröffentlichte technische Lösung muss immer auf Einsatzstoffe, Stoffmengen, Betriebsweise, Sicherheitsanforderungen und die vorhandene Anlagenstruktur angepasst werden.

Technische Eignung prüfen

Einsatzstoffanalysen, Trockensubstanz, Viskosität, biologische Abbaubarkeit, Temperaturführung und gewünschte Verweilzeiten bestimmen, ob ein Konzept geeignet ist.

Integration und Sicherheit auslegen

Behälter, Druckstufen, Werkstoffe, Gasführung, Wärmeintegration, Mess- und Regeltechnik sowie Genehmigungs- und Sicherheitsanforderungen werden projektspezifisch definiert.

Wirtschaftlichkeit und Rechte bewerten

Investitionsaufwand, Betriebskosten, Einsparpotenziale sowie mögliche Schutz- und Nutzungsrechte werden vor einer Umsetzung gesondert geprüft.

Hinweis zu Patent- und Schutzrechten

Die dargestellten technischen Lösungen orientieren sich teilweise an veröffentlichten Patent- oder Offenlegungsschriften. Eine Veröffentlichung bedeutet nicht automatisch, dass ein Patent erteilt wurde oder ein Schutzrecht noch besteht. Technische Auslegung sowie Schutz- und Nutzungsrechte sind vor einer konkreten Umsetzung projektbezogen zu prüfen.

Ihr Innovationsprojekt

Möchten Sie eine technische Innovation in einer neuen oder bestehenden Anlage einsetzen?

Beschreiben Sie Einsatzstoffe, Anlagenkonfiguration, Betriebsprobleme und Zielsetzung. Auf dieser Grundlage kann die technische Eignung eingeordnet und der erforderliche Planungsumfang definiert werden.