Feuchte und empfindliche Reststoffe
Biertreber und Brauhefe sind nur begrenzt lagerfähig. Ihre Verwertung als Futtermittel ist von Abnehmern, Transportlogistik und hygienisch sicheren Abläufen abhängig.
Verfahrenslösung für Brauereien
Biertreber, Trebersaft, verbrauchte Brauhefe und weitere Brauereireststoffe werden zu Biogas, Wärme, Strom, Kälte und organischen Düngemitteln verwertet. So können externer Energiebedarf und betriebliche CO₂-Emissionen sinken.
Ausgangssituation
Biertreber und Brauhefe sind nur begrenzt lagerfähig. Ihre Verwertung als Futtermittel ist von Abnehmern, Transportlogistik und hygienisch sicheren Abläufen abhängig.
Der Brauprozess benötigt kontinuierlich Wärme, Strom und Kälte, während nicht verwertbare Reststoffe und Abwasserschlämme zusätzliche Kosten verursachen.
Proteinreiche Braureststoffe können Ammonium und Schwefelwasserstoff im Fermentationssystem anreichern und dadurch die biologische Stabilität beeinträchtigen.
Produktionsabwässer, Zwischenlagerung und Reststofftransporte können die Erweiterung der Produktion begrenzen und zu Geruchs- sowie Verkehrsbelastungen führen.
Verfahrensprinzip
Biertreber, Trebersaft, Brauhefe, Filterhilfsmittel und geeignete Abwasserschlämme werden gemeinsam mit Prozesswasser und gegebenenfalls trockensubstanzreichen Zusatzstoffen zu einer pumpfähigen Biosuspension aufbereitet.
Die Biosuspension wird unter Luftzufuhr hydrolytisch vorbehandelt. Dabei werden insbesondere lignocellulosische Strukturen aufgeschlossen und die nachfolgende Methanbildung vorbereitet.
Eine robuste, angepasste Mikrokultur wird in hydraulisch und nur teilweise durchmischten Hauptfermentern erhalten. Die Nachfermentation erhöht den Abbaugrad und unterstützt die Hygienisierung.
Das Biogas wird entschwefelt, getrocknet und bei Bedarf verdichtet. Es kann für die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme oder für eine weitergehende Gasnutzung eingesetzt werden.
Nach der Phasentrennung entstehen feste organische NPKS-Düngemittel und Biofiltrate. Ammonium- und Schwefelverbindungen werden kontrolliert ausgeschleust und als flüssiges Düngerkonzentrat nutzbar gemacht.
Aufbereitete Biofiltrate werden als Prozesswasser zur Suspensionsherstellung zurückgeführt. Überschüssige Flüssigkeitsströme können weitergehend behandelt werden.
Geeignete Einsatzstoffe
Biertreber, Trebersaft, verbrauchte Brauhefe sowie biogen beladene Filterhilfsmittel.
Schlämme aus der betrieblichen aeroben oder anaeroben Abwasserbehandlung.
Zum Beispiel Malzstäube, Getreidespreu, Mühlen- und Bürststäube oder vergleichbare biogene Reststoffe mit hohem Trockenmassegehalt.
Kundennutzen
Das erzeugte Biogas kann einen erheblichen Anteil des Wärme- und Strombedarfs der Braustätte decken und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren.
Die Braustätte wird weniger abhängig von der kurzfristigen Abnahme feuchter Biertreber und von schwankenden Futtermittelmärkten.
Neben Energie entstehen organische NPKS-Düngemittel und flüssige N-/S-Düngerkonzentrate als potenzielle vermarktbare Produkte.
Die Einbindung von Schlämmen und Prozesswässern kann die Abwasserlast senken. Zugleich werden Zwischenlagerung, Geruchsemissionen und anlagenbezogener Lastverkehr reduziert.
Nachweisbare Minderungen fossiler Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen können – abhängig vom anwendbaren System – zusätzliche Erlöspotenziale eröffnen.
Die Nutzung betriebseigener Reststoffe für erneuerbare Energie und Kreislaufprodukte unterstützt die Dekarbonisierung und die glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation.
Technischer Hintergrund
Die dargestellte Verfahrenslösung orientiert sich an der deutschen Patentschrift DE 10 2014 001 907 B4. Die konkrete technische und wirtschaftliche Auslegung muss stets projekt-, standort- und stoffstrombezogen erfolgen.
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