Verfahrenslösung für Brauereien

Biogas aus Biertreber und Brauereireststoffen

Biertreber, Trebersaft, verbrauchte Brauhefe und weitere Brauereireststoffe werden zu Biogas, Wärme, Strom, Kälte und organischen Düngemitteln verwertet. So können externer Energiebedarf und betriebliche CO₂-Emissionen sinken.

Ausgangssituation

Typische Herausforderungen bei Biertreber, Brauhefe und Brauereiabwasser

01

Feuchte und empfindliche Reststoffe

Biertreber und Brauhefe sind nur begrenzt lagerfähig. Ihre Verwertung als Futtermittel ist von Abnehmern, Transportlogistik und hygienisch sicheren Abläufen abhängig.

02

Hohe Energie- und Entsorgungskosten

Der Brauprozess benötigt kontinuierlich Wärme, Strom und Kälte, während nicht verwertbare Reststoffe und Abwasserschlämme zusätzliche Kosten verursachen.

03

Prozesshemmung durch Stickstoff und Schwefel

Proteinreiche Braureststoffe können Ammonium und Schwefelwasserstoff im Fermentationssystem anreichern und dadurch die biologische Stabilität beeinträchtigen.

04

Abwasser- und Geruchsbelastung

Produktionsabwässer, Zwischenlagerung und Reststofftransporte können die Erweiterung der Produktion begrenzen und zu Geruchs- sowie Verkehrsbelastungen führen.

Verfahrensprinzip

Von Biertreber und Brauhefe zu Biogas, Energie und Düngemitteln

1

Reststoffe erfassen und suspendieren

Biertreber, Trebersaft, Brauhefe, Filterhilfsmittel und geeignete Abwasserschlämme werden gemeinsam mit Prozesswasser und gegebenenfalls trockensubstanzreichen Zusatzstoffen zu einer pumpfähigen Biosuspension aufbereitet.

2

Aerobe Hydrolyse

Die Biosuspension wird unter Luftzufuhr hydrolytisch vorbehandelt. Dabei werden insbesondere lignocellulosische Strukturen aufgeschlossen und die nachfolgende Methanbildung vorbereitet.

3

Mehrstufige Methanfermentation

Eine robuste, angepasste Mikrokultur wird in hydraulisch und nur teilweise durchmischten Hauptfermentern erhalten. Die Nachfermentation erhöht den Abbaugrad und unterstützt die Hygienisierung.

4

Biogas aufbereiten und nutzen

Das Biogas wird entschwefelt, getrocknet und bei Bedarf verdichtet. Es kann für die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme oder für eine weitergehende Gasnutzung eingesetzt werden.

5

Nährstoffe zurückgewinnen

Nach der Phasentrennung entstehen feste organische NPKS-Düngemittel und Biofiltrate. Ammonium- und Schwefelverbindungen werden kontrolliert ausgeschleust und als flüssiges Düngerkonzentrat nutzbar gemacht.

6

Prozesswasser im Kreislauf führen

Aufbereitete Biofiltrate werden als Prozesswasser zur Suspensionsherstellung zurückgeführt. Überschüssige Flüssigkeitsströme können weitergehend behandelt werden.

Geeignete Einsatzstoffe

Biertreber, Trebersaft, Brauhefe und weitere Brauereireststoffe

Braureststoffe

Biertreber, Trebersaft, verbrauchte Brauhefe sowie biogen beladene Filterhilfsmittel.

Abwasserbezogene Reststoffe

Schlämme aus der betrieblichen aeroben oder anaeroben Abwasserbehandlung.

Geeignete Co-Substrate

Zum Beispiel Malzstäube, Getreidespreu, Mühlen- und Bürststäube oder vergleichbare biogene Reststoffe mit hohem Trockenmassegehalt.

Kundennutzen

Mehr Wert aus betriebseigenen Reststoffströmen

Geringere Prozessenergiekosten

Das erzeugte Biogas kann einen erheblichen Anteil des Wärme- und Strombedarfs der Braustätte decken und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren.

Höhere Entsorgungssicherheit

Die Braustätte wird weniger abhängig von der kurzfristigen Abnahme feuchter Biertreber und von schwankenden Futtermittelmärkten.

Zusätzliche Wertprodukte

Neben Energie entstehen organische NPKS-Düngemittel und flüssige N-/S-Düngerkonzentrate als potenzielle vermarktbare Produkte.

Weniger Abwasser, Gerüche und Transporte

Die Einbindung von Schlämmen und Prozesswässern kann die Abwasserlast senken. Zugleich werden Zwischenlagerung, Geruchsemissionen und anlagenbezogener Lastverkehr reduziert.

Potenzial für CO₂-Erlöse

Nachweisbare Minderungen fossiler Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen können – abhängig vom anwendbaren System – zusätzliche Erlöspotenziale eröffnen.

Stärkere Nachhaltigkeitspositionierung

Die Nutzung betriebseigener Reststoffe für erneuerbare Energie und Kreislaufprodukte unterstützt die Dekarbonisierung und die glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation.

Technischer Hintergrund

Die dargestellte Verfahrenslösung orientiert sich an der deutschen Patentschrift DE 10 2014 001 907 B4. Die konkrete technische und wirtschaftliche Auslegung muss stets projekt-, standort- und stoffstrombezogen erfolgen.

Ihr Brauereiprojekt

Lassen Sie uns Reststoffmengen, Energiebedarf und eine geeignete Verfahrenskonfiguration gemeinsam bewerten.

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