Technische Lösung für die Nassfermentation

Kulturerhaltender und hydraulisch umwälzbarer Methanfermenter

Der Fermenter verbindet eine hydraulische Umwälzung ohne dauerhaft arbeitende mechanische Rührwerke mit dem gezielten Erhalt unterschiedlicher, an das jeweilige Gärsubstrat angepasster Mikrokulturen. Dadurch können insbesondere rohfaserreiche und stickstoffreiche biogene Reststoffe effizienter und betriebssicherer behandelt werden.

Ausgangsproblem

Konventionelle Rührfermenter begrenzen die biologische und energetische Effizienz

01

Hoher Rührenergiebedarf

Mechanische Rührwerke verursachen Eigenstrombedarf, Verschleiß und Wartungsaufwand. Bei hochviskosen Gärsubstraten stoßen sie zudem an Leistungsgrenzen.

02

Verlust angepasster Mikrokulturen

Eine starke vollständige Durchmischung erschwert die räumliche Ausbildung spezialisierter Kulturen für leicht und schwer abbaubare Substratbestandteile.

03

Schwimm- und Sinkschichten

Faserreiche und mineralische Bestandteile können Schwimmschichten beziehungsweise Sedimente bilden, nutzbares Volumen verringern und Betriebsunterbrechungen verursachen.

04

Schwankende Gasproduktion

Periodische starke Mischimpulse können ungleichmäßige Gasströme erzeugen und nachgeschaltete Gasbehandlungsanlagen zusätzlich belasten.

Funktionsprinzip

Zwei verbundene Fermenterbereiche mit natürlicher hydraulischer Umwälzung

1

Außen- und Innenfermenter

Ein konzentrisch angeordneter Innenfermenter und ein ringförmiger Außenfermenter sind am Behälterboden über Strömungsdüsen miteinander verbunden.

2

Gasauftrieb als Mischenergie

Die im Gärsubstrat entstehenden Gasblasen überwinden die hydrostatische Last und bewirken eine kontinuierliche Umschichtung des hochviskosen Mediums – ohne permanent laufende mechanische Rührwerke.

3

Getrennte mikrobielle Milieus

Im Außenfermenter bauen schnell wachsende Kulturen vor allem leicht verwertbare Fette, Proteine und Kohlenhydrate ab. Im Innenfermenter können sich langsam wachsende Kulturen für schwer abbaubare, lignocellulosehaltige Bestandteile erhalten.

4

Geregelte Gasführung

Gasüberströmkanäle führen das im Außenfermenter erzeugte Gas in den Innenfermenter. Dort unterstützt es die Durchmischung vor dem Ablaufwehr und wird anschließend kontrolliert zur Gasbehandlung abgeführt.

5

Bedarfsgerechte Fluidisierung

Nur bei Bedarf wird ein Gasdruckausgleich ausgelöst, um einen starken hydraulischen Mischimpuls zur Auflockerung und Austragung von Sedimenten zu erzeugen. Zusätzliche Fluidisierungselemente können Schwimmschichten auflösen.

6

Integrierte Sicherheit und Temperierung

Hydraulische und pneumatische Sicherheitseinrichtungen schützen vor unzulässigem Über- und Unterdruck. In die Außenwand integrierte Wärmetauscherflächen ermöglichen die Regelung des mesophilen oder thermophilen Milieus.

Konstruktive Merkmale

Robuste Bauweise für große Fermentervolumina

Konzentrische Behältergeometrie

Innen- und Außenfermenter bilden zwei hydraulisch gekoppelte, biologisch unterschiedlich wirksame Behandlungsräume.

Druckfeste Stahlabdeckungen

Sphärisch geformte, gasdichte Abdeckungen mit verkleinerten Durchmessern reduzieren belastete Flächen, Verankerungskräfte und Baukosten.

Sediment- und Schwimmschichtmanagement

Strömungsdüsen, Austragsstutzen, Tauchhülsen und Fluidisierungselemente ermöglichen Gegenmaßnahmen im laufenden Anlagenbetrieb.

Flexible Gasnutzung

Ein Gasdruck-Regelventil ermöglicht die Anpassung an Gasentschwefelung, Gasspeicherung, Motorennutzung oder eine weitergehende Biomethanaufbereitung.

Kreisringförmige Flachböden

Die Bauweise der Fermentationsbehälter mit kreisringförmigen Flachböden ist die entscheidende Voraussetzung für eine wirksame Bespülung der Behälterböden und damit für die Vermeidung nicht mehr fluidisierbarer Sedimente. Solche Ablagerungen würden im Laufe der Zeit unweigerlich eine Öffnung und Reinigung der Behälter erforderlich machen. Durch die gewählte Ausführung sollen Betriebsunterbrechungen während der gesamten technischen Nutzungsdauer der Fermentationsbehälter vermieden werden.

Kundennutzen

Höhere biologische Leistung bei geringerem mechanischem Aufwand

Geringerer Eigenenergiebedarf

Die kontinuierliche Umwälzung wird überwiegend durch die eigene Gasbildung bewirkt. Dauerhaft laufende Hochleistungsrührwerke können weitgehend entfallen.

Erhalt spezialisierter Kulturen

Unterschiedliche Mikroorganismen können sich in den Fermenterbereichen an die jeweils vorherrschenden Substratqualitäten anpassen und dauerhaft erhalten.

Hohe Trockensubstanzgehalte

Feststoffreiche Biosuspensionen und Hydrolysate mit etwa 15 bis 20 % Trockensubstanz ermöglichen hohe organische Raumbelastungen und lange Behandlungszeiten.

Weniger Verschleiß und Stillstand

Der reduzierte Einsatz mechanischer Rührtechnik sowie die Austragbarkeit von Schwimm- und Sinkstoffen können Wartung, Reparaturen und ungeplante Stillstände vermindern.

Gleichmäßiger Rohgasstrom

Der Verzicht auf regelmäßige großvolumige Druckausgleichsvorgänge unterstützt eine gleichmäßigere Gasproduktion und entlastet die nachgeschaltete Gasbehandlung.

Breites Einsatzstoffspektrum

Besonders geeignet ist die Lösung für heterogene, rohfaserreiche und stickstoffreiche Reststoffe, beispielsweise Strohsubstrate, Gärreste und Ethanolschlempen.

Technischer Hintergrund

Die dargestellte technische Lösung orientiert sich an der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 2020 004 136 A1. Die konkrete Dimensionierung, Werkstoffwahl, Druckstufe, Sicherheitstechnik und Einbindung in eine Gesamtanlage müssen projekt-, standort- und einsatzstoffbezogen ausgelegt und genehmigungsrechtlich geprüft werden.

Technische Projektprüfung

Lassen Sie uns prüfen, ob ein kulturerhaltender hydraulischer Methanfermenter für Ihre Einsatzstoffe und Anlagenkonfiguration geeignet ist.

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