Verfahrenslösung für Bioethanolanlagen

Biogas aus Schlempe und Reststoffen von Bioethanolanlagen

Ethanolschlempe und weitere Brennereireststoffe werden zu Biogas, Biomethan, Prozesswärme und organischen NPKS-Düngemitteln verwertet. Das reduziert den Bedarf an fossiler Energie und unterstützt eine weitgehend energieautarke Bioethanolproduktion.

Technologiebasis: Deutsche Offenlegungsschrift DE 10 2014 001 912 A1

Ausgangsproblem

Schlempe und Brennereireststoffe verursachen hohe Energie-, Logistik- und Entsorgungskosten

Ethanolschlempe ist nur begrenzt lagerfähig und macht den Betreiber von Abnehmern und einer zuverlässigen Transportlogistik abhängig. Weitere Reststoffe wie Filterstäube, belastete Reinigungsmedien, Fuselöle und Schlämme enthalten zusätzliches Energie- und Nährstoffpotenzial. Gleichzeitig belasten fossile Prozessenergie und hohe Stickstoff- und Schwefelgehalte die Wirtschaftlichkeit und Prozessstabilität.

Verfahrensprinzip

Aus Schlempe und Brennereireststoffen werden Biogas, Prozessenergie und Düngemittel

01

Reststoffe erfassen und suspendieren

Ethanolschlempe, Filterstäube, Reinigungsmedien, Fuselöle und geeignete Schlämme werden mit trockensubstanzreichen Zusatzstoffen zu einer pumpfähigen Biosuspension vereinigt.

02

Aerob hydrolysieren

Die Biosuspension wird unter Luftzufuhr hydrolytisch vorbehandelt. Dabei werden insbesondere lignocellulosehaltige Bestandteile für die nachfolgende Methanbildung besser zugänglich gemacht.

03

Mehrstufig fermentieren

Das Hydrolysat wird in Haupt- und Nachfermentern mit angepassten, kulturerhaltend betriebenen Mikrokulturen behandelt. So können schwankende Reststoffqualitäten stabil verarbeitet werden.

04

Hemmstoffe ausschleusen

Ammonium- und Schwefelverbindungen werden aus rückgeführten Biofiltraten kontrolliert abgereichert. Die gewonnenen Nährstoffe werden als flüssiges Düngerkonzentrat nutzbar gemacht.

05

Biogas und NPKS-Dünger gewinnen

Das Biogas wird entschwefelt, getrocknet und für die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme bereitgestellt. Aus der Festphase der Gärreste entsteht ein organischer NPKS-Dünger.

Geeignete Einsatzstoffe

Schlempe und weitere Reststoffströme der Bioethanolproduktion gemeinsam verwerten

Ethanolschlempe

Dünn- oder Dickschlempe sowie Festphasen aus der mechanischen Abtrennung.

Produktionsreststoffe

Filter- und Getreidereinigungsstäube, Fuselöle, belastete Reinigungsmedien und Sauermaische-Presskuchen.

Abwasserbezogene Reststoffe

Schlämme aus der betrieblichen Abwasserbehandlung und geeignete Flotatschlämme.

Kundennutzen

Wirtschaftliche, energetische und ökologische Vorteile für Bioethanolproduzenten.

Geringere Prozessenergiekosten

Biogas kann einen erheblichen Teil des Wärme- und Strombedarfs der Bioethanolanlage decken und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren.

Weniger Entsorgungs- und Logistikkosten

Die direkte innerbetriebliche Verwertung reduziert Abhängigkeiten von Futtermittelabnehmern, Transporten und externen Entsorgungswegen.

Zusätzliche Produkte und Erlöse

Organische NPKS-Düngemittel, überschüssige Energie und gegebenenfalls CO₂-Zertifikate können zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen.

Stabilere Reststoffverwertung

Die Behandlung mehrerer betrieblicher Reststoffströme in einer abgestimmten Prozesskette verbessert Entsorgungssicherheit und Planbarkeit.

Geringere Umweltbelastung

Weniger Transporte, geringere Geruchs- und Abwasserbelastungen sowie die Nutzung erneuerbarer Prozessenergie unterstützen die Dekarbonisierung der Produktion.

Potenzial für Produktionsausweitung

Die Entlastung betrieblicher Abwasser- und Reststoffsysteme kann bestehende Engpässe reduzieren und Erweiterungen erleichtern.

Ihr Bioethanolprojekt

Lassen Sie uns Reststoffmengen, Energiebedarf und mögliche Verfahrenskonfiguration gemeinsam bewerten.

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