Technische Lösung für bestehende und neue Biogasanlagen

Batchweise Nutzung von voll durchmischbaren Rührapparaten für die Methanfermentation

Das Verfahren nutzt bewährte voll durchmischbare Rührbehälter nicht mehr ausschließlich im kontinuierlichen Durchflussbetrieb, sondern als zeitweise geschlossene Batch-Reaktoren. Durch definierte Mindestbehandlungszeiten und den gezielten Erhalt angepasster Mikrokulturen können auch rohfaserreiche und heterogene biogene Einsatzstoffe effizienter verwertet werden.

Ausgangsproblem

Kontinuierlich betriebene Rührfermenter sichern häufig keine ausreichende Mindestbehandlungszeit

01

Ausschwemmung langsam wachsender Kulturen

Im Durchflussbetrieb können langsam wachsende Mikroorganismen für schwer abbaubare faserreiche Inhaltsstoffe aus dem Prozess verdrängt werden.

02

Unklare tatsächliche Verweilzeit

Durch Kurzschlussströmungen kann ein Teil des Substrates den Behälter deutlich früher verlassen als es die rechnerische mittlere Verweilzeit erwarten lässt.

03

Ungeeignete Mikrokultur für wechselnde Substrate

Bei qualitativ unterschiedlichen Einsatzstoffen fehlt häufig eine dauerhaft an die jeweilige Prozessstufe und Substratqualität angepasste Mikrokultur.

04

Unzureichende Hygienisierung

Ohne definierte thermophile Mindestbehandlung ist eine sichere Vollstromhygienisierung der Fermentationsrückstände nur schwer nachzuweisen.

Verfahrensprinzip

Wechselseitiger Batchbetrieb mit teilweiser Entleerung

1

Mindestens zwei Prozessbehälter je Station

Hydrolyse-, Hauptfermentations- oder Nachfermentationsstationen werden mit wenigstens zwei Rührbehältern ausgestattet. Während ein Behälter behandelt, kann der andere befüllt oder entleert werden.

2

Definierte Ruhe- und Behandlungsphase

Nach vollständiger Befüllung wird der jeweilige Behälter über 5 bis 15 Tage weder beschickt noch entleert. Die Behandlung beschränkt sich auf Temperierung und bedarfsgerechte Umwälzung.

3

Teilentleerung statt vollständiger Entleerung

Vor der nächsten Befüllung wird der Prozessbehälter nur so weit entleert, dass mindestens 20 %, bevorzugt etwa 40 %, des Behälterinhaltes verbleiben.

4

Verbleibender Rest als Impfkultur

Der im Behälter verbleibende Substratrest enthält die an die jeweilige Prozessstufe angepasste Mikrokultur und dient als aktive Impfmasse für den nächsten Batch.

5

Begrenzte organische Belastung

Die Wiederbefüllung erfolgt so, dass die tägliche Belastung der vorhandenen Biomasse 15 kg organische Trockensubstanz je Kubikmeter Biomassevolumen nicht überschreitet.

6

Mesophile Haupt- und thermophile Nachfermentation

Die Hauptfermentation kann mindestens fünf Tage batchweise im mesophilen Milieu erfolgen. Eine mindestens zehntägige thermophile Nachfermentation ermöglicht zusätzlich eine Vollstromhygienisierung.

Technische Einbindung

Nutzung vorhandener Rührbehälter in mehrstufigen Anlagen

Hydrolysestation

Die Hydrolyse kann kontinuierlich oder ebenfalls batchweise betrieben werden. Bei zwei Behältern sind definierte aerobe oder semi-aerobe Behandlungszeiten möglich.

Hauptfermentationsstation

Voll durchmischbare Rührbehälter können im mesophilen Batchbetrieb mit angepassten Kulturen und gesicherter Mindestbehandlungszeit eingesetzt werden.

Nachfermentationsstation

Der thermophile Batchbetrieb fördert den weiteren Abbau rohfaserreicher Bestandteile, erhält langsam wachsende Kulturen und ermöglicht Hygienisierung.

Lagertank und Phasentrennung

Ein nachgeschalteter Lagertank entkoppelt den Batchbetrieb von der kontinuierlichen oder bedarfsgerechten Phasentrennung der Fermentationsrückstände.

Kundennutzen

Höhere Prozesssicherheit und bessere Nutzung vorhandener Anlagentechnik

Nutzung bewährter Rührbehälter

Bestehende voll durchmischbare Fermenter können durch eine angepasste Fahrweise technologisch aufgewertet werden, ohne zwingend spezielle Fermenterkonstruktionen zu benötigen.

Erhalt adaptierter Mikrokulturen

Die verbleibende Impfmasse verhindert den vollständigen Austrag der an schwer abbaubare Substratbestandteile angepassten Mikroorganismen.

Gesicherte Mindestbehandlungszeiten

Die Batchphase stellt sicher, dass der gesamte Behälterinhalt die vorgesehene Behandlungszeit tatsächlich durchläuft.

Höhere energetische Ausnutzung

Räumlich getrennte Prozessstufen und angepasste Kulturen können den Abbau unterschiedlicher organischer Fraktionen verbessern und den Biogasertrag erhöhen.

Reduzierter Rührenergieeinsatz

Während der Batchphase wird nur so intensiv und so häufig gerührt, wie es zur Gasfreisetzung und zur Vermeidung von Schwimmschichten erforderlich ist.

Hygienisierte Düngemittelprodukte

Eine mindestens zehntägige thermophile Nachfermentation kann eine Vollstromhygienisierung unterstützen und die Qualität organischer NPKS-Düngemittel verbessern.

Technischer Hintergrund

Die dargestellte technische Lösung orientiert sich an der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 2018 002 883 A1. Die konkrete Auslegung der Behälteranzahl, Nutzvolumina, Batchzyklen, Temperaturführung, Rührzeiten und organischen Belastungen muss auf die jeweiligen Einsatzstoffe und die vorhandene Anlagenkonfiguration abgestimmt werden.

Technische Projektprüfung

Lassen Sie uns prüfen, ob vorhandene Rührfermenter durch einen batchweisen Betrieb mit adaptierten Mikrokulturen effizienter genutzt werden können.

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